Samstag, 22. November 2014

Krankheit, Kind und Kaffee


Mein Kind ist seit nunmehr fast drei Wochen verkühlt. Ein viraler Infekt. Das heißt: Brust mit Thymian-Myrte-Balsam eincremen (dieser Balsam lässt sich anschließend ganz leicht nach dreimaligem Händewaschen von den Händen entfernen), Kochsalzlösung in die Nase tropfen (der Kinderarzt schlug 30 bis 40 mal täglich vor), viel trinken und feuchte Wäsche oder Handtücher im Kinderzimmer aufhängen. Und als ob dieser hartnäckiger Infekt nicht genug wäre, kam am Wochenanfang auch noch 39,7 Grad Fieber dazu und am nächsten Morgen waren sie da. Rote Bläschen rund um den Mund, an Händen und Füßen. Die Diagnose des Kinderarztes war die Mund-Hand-Fuß-Krankheit. Ich habe vorher noch nie von dieser Krankheit gehört, aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Es handelt sich dabei um eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die in den meisten Fällen ganz harmlos verläuft und vor allem Kinder betrifft, obschon sie bei Erwachsenen auch auftreten kann. Eigentlich kann man nichts dagegen tun, man muss die Krankheit aussitzen. Leichter gesagt, als getan. Die letzten Tage waren also lang und anstrengend, die Nächte kurz und schlaflos. In Zeiten wie diesen bin ich froh, dass der Chemiker Friedlieb Ferdinand Runge das Koffein entdeckt hat. Ich trank tassenweise Kaffee, um munter zu werden und wach zu bleiben. Es half. Obwohl das Koffein zum positiven Nebeneffekt des Nicht-Schlapp-Machens beitrug, bin ich immer wieder überrascht, wozu der Körper (und auch der Geist) fähig ist (sind), wenn es denn sein muss. Ich war den Keimen meines Kindes nun sage und schreibe drei Wochen permanent ausgesetzt und trotzdem wurde ich nicht krank. Ich bin überhaupt nie krank gewesen, seit mein kleiner Sohn auf der Welt ist. Okay, ab und zu mal ein Schnupfen, ein bisschen Husten oder Kopf- und Gliederschmerzen, aber es war nie so schlimm, dass ich mich einfach nur ins Bett legen musste, so wie es früher der Fall war. Ging ja auch nicht. Vielleicht baut der Körper nach der Geburt eine ganz besondere Schutzschicht gegen Keime, Viren und Bakterien auf, damit man nicht krank wird und sich so ganz brav um seinen Nachwuchs kümmern kann. Wie das Leben so spielt.

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